Weinbau auf der Schleipfen seit 1998.
Unsere Geschichte im Weinbau begann 1998 auf der Schleipfen in Strengelbach. Damals entschieden wir uns bewusst für pilzwiderstandsfähige Rebsorten, sogenannte PIWI-Sorten (Seyval blanc und Buffalo). Schon zu dieser Zeit, als wir von Rapperswil am Zürichsee zurückkamen, beschäftigte uns die Frage, wie Weinbau möglichst naturnah und umweltschonend betrieben werden kann. Aus Rapperswil haben wir als Andenken an unsere schöne Zeit dort, zwei Gegenstände mitgenommen: Reben und Rosen.
2003 – Eine Frage, die uns in Erinnerung geblieben ist.
Im Jahr 2003 stellte uns ein bekannter Winzer aus Dagmersellen eine bemerkenswerte Frage, als wir erstmals die Trauben zur Kelterung einlieferten:
„Kann man aus diesen Trauben Wein herstellen?“
Diese Frage zeigt, wie skeptisch PIWI-Rebsorten damals teilweise betrachtet wurden. Während traditionelle Rebsorten wie Pinot Noir, Merlot oder Zweigelt bereits seit Langem im Qualitätsweinbau etabliert waren, mussten sich PIWI-Sorten ihre Anerkennung erst erarbeiten. Heute, mehr als zwanzig Jahre später, hat sich die Situation deutlich verändert. Moderne PIWI-Rebsorten werden zunehmend auch für hochwertige Qualitätsweine eingesetzt.
2006 – Ein grundlegender Entscheid.
Nach acht Jahren Erfahrung mit unseren ersten Rebstöcken entschieden wir uns 2006 für einen vollständigen Neuanfang.
Wir entfernten sämtliche bisherigen Rebstöcke und bereiteten den Rebberg für eine neue Bepflanzung vor. Im Jahr 2007 pflanzten wir die ersten Reben unserer heutigen Sorten, gleichzeitig mit einem damaligen Winzer aus Dagmersellen und Rothrist.
2007 – Der Beginn unserer heutigen Ausrichtung.
Mit der Neubepflanzung begann die Entwicklung hin zu dem Weinbau, den wir heute betreiben. Im Mittelpunkt stehen heute Zweigelt und Merlot Trauben.
Dieser Schritt bedeutete nicht, dass wir PIWI-Rebsorten grundsätzlich für ungeeignet hielten. Vielmehr entschieden wir uns bewusst für einen anderen weinbaulichen Weg, den wir bis heute konsequent verfolgen.
2011 – Ein schwerer Rückschlag.
Am 13. Juli 2011 zog ein massives Gewitter mit Hagelschlag über unseren Rebberg. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Rebanlage und die Trauben vollständig zerstört.
Für uns war dies ein einschneidendes Ereignis. Ein grosser Teil der Arbeit einer ganzen Saison war auf einen Schlag verloren. Gleichzeitig zeigte sich, wie verletzlich Weinbau gegenüber extremen Wetterereignissen ist.
Trotz dieses Rückschlags entschieden wir uns, weiterzumachen und den Rebberg wieder aufzubauen. Diese Erfahrung gehört deshalb genauso zu unserem Weg wie die späteren Erweiterungen und die Entwicklung zur heutigen Baumann’s Wein-Manufaktur.


Weitere einschneidende Ereignisse waren Hagelschläge und Frost mit teilweisem Totalverlust der Trauben.
2015 – Ein weiterer Rebberg auf der Schleipfen.
2015 konnten wir auf einer weiteren Parzelle auf der Schleipfen einen neuen Rebberg anlegen. Dieser wurde bisher in mehreren Etappen erweitert.

2021 – Übernahme des Bauernguts.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein folgte 2021: Wir konnten das gesamte Bauerngut mit 1,8 Hektaren Land käuflich erwerben. Damit entstand die Grundlage, für den Weinbau und die notwendige Infrastruktur am selben Standort langfristig weiterzuentwickeln.

2022 bis 2025 – Neubau des Weinguts.
Von 2022 bis 2025 erstellten wir einen Neubau des Weinguts und sanierten den Ökonomieteil des Bauernguts von 1840. Damit wurde aus dem über viele Jahre gewachsenen Rebbauprojekt Schritt für Schritt die heutige Baumann’s Wein-Manufaktur.







PIWI und traditionelle Rebsorten – Erfahrungen aus beiden Welten.
Unsere Geschichte ist eng mit beiden Ansätzen verbunden.
PIWI-Rebsorten besitzen eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilzkrankheiten und benötigen deshalb in der Regel weniger Pflanzenschutzmassnahmen und damit weniger Bearbeitungsaufwand. Traditionelle europäische Rebsorten wie Zweigelt und Merlot sind empfindlicher und verlangen eine sorgfältige Beobachtung des Rebbergs sowie einen angepassten Pflanzenschutz.
Unsere Erfahrung zeigt aber auch: Weder PIWI noch traditionelle Rebsorten garantieren automatisch einen guten Wein. Entscheidend bleiben Standort, Klima, Pflege der Reben, Traubenqualität und die Arbeit im Weinkeller. PIWI oder traditionelle Rebsort…
Heute – Erfahrung, Überzeugung und Sorgfalt.
Unsere Erfahrungen mit PIWI-Reben gehören ebenso zu unserer Geschichte wie der spätere Wechsel zu Zweigelt und Merlot Trauben.
Heute setzen wir auf traditionelle Rebsorten und verfolgen die Weiterentwicklung der PIWI-Züchtungen weiterhin mit Interesse auch in unserem Sortenrebberg.
Nach fast drei Jahrzehnten Weinbau ist für uns klar: Nachhaltigkeit im Weinbau ist nicht allein eine Frage der Rebsorte, sondern auch der Überzeugung, Erfahrung und Sorgfalt, mit der ein Rebberg bewirtschaftet wird.

Die Menschen hinter der Wein-Manufaktur.
Baumann’s Wein-Manufaktur ist für uns mehr als ein Rebberg – sie ist ein gemeinsames Projekt, das über viele Jahre gewachsen ist. Mit Freude am Weinbau, notwendiger Ausdauer und viel persönlichem Einsatz entwickeln wir unseren Betrieb Schritt für Schritt weiter. Dabei verbinden wir Erfahrung, Handarbeit und die Freude daran, unseren eigenen Weg zu gehen.

Der Rebberg im Jahresverlauf.



